Neuer Angriff auf unsere Gesundheit durch die EU-Kommission

Unfassbar: keine 3 Tage nach dem Skandal um die weitere Zulassung von Gentechnik, meldet das Umweltinstitut München einen neuen Skandal. Die konservativen Eliten um Herrn Juncker wollen mit der Lockerung bei Hormon-Chemikalien wieder einmal unbequeme Regelungen für die Wirtschaft faktisch aus dem Wege räumen. Dass die Gesundheit der Menschen darunter leiden könnte, scheint sie grad gar nicht zu interessieren.
Hier die Meldung des Umweltinstitus im Wortlaut:

Mit einem neuen Vorschlag sägt die EU-Kommission am Schutz vor hormonell wirksamen Stoffen! Die Kommission will die Messlatte für die Einstufung einer Chemikalie als "hormonell schädlich" so hochlegen, dass kaum ein Stoff entsprechend klassifiziert und verboten werden dürfte. Was die Chemieindustrie freut, hätte fatale Auswirkungen auf den Schutz unserer Gesundheit und der Umwelt.
Gemeinsam mit weiteren Partnerorganisationen starten wir deshalb heute einen Online-Appell an Agrarminister Schmidt und Umweltministerin Hendricks. Beide müssen ihren Einfluss in Brüssel geltend machen, damit der skandalöse Vorschlag gestoppt wird.

Der Hintergrund:

Hormonell wirksame Schadstoffe stecken neben Pestiziden auch in unzähligen Alltagsprodukten vom Spielzeug über den Duschvorhang bis hin zur Konservendose. Die Hormongifte werden unter anderem mit Krebs, Unfruchtbarkeit und Diabetes in Verbindung gebracht. Besonders Ungeborene, Kleinkinder und Pubertierende gelten als gefährdet. 2009 hat das Europaparlament ein Verbot solcher Stoffe in Pestiziden beschlossen und der EU-Kommission den Auftrag erteilt, einen Kriterienkatalog zu erarbeiten. Über diesen Hebel möchte die Kommission nun das Verbot aufweichen: Denn indem kaum noch Substanzen als hormonell schädlich eingestuft werden, bleiben viele gefährliche Inhaltsstoffe weiterhin erlaubt.

Die Kommission braucht allerdings eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten, um ihren Vorschlag durchzusetzen. Als größter EU-Staat hat Deutschland dabei das größte Stimmgewicht. Mehrere Mitgliedstaaten wie Frankreich und Dänemark sind bereits auf unserer Seite. Wenn wir jetzt die Bundesregierung dazu bewegen in Brüssel mit NEIN zu stimmen, können wir den Kommissionsvorschlag kippen und einen effektiven Schutz vor hormonell wirksamen Stoffen durchsetzen.

Fordern Sie jetzt von Schmidt und Hendricks: Hormonelle Schadstoffe stoppen! Unsere Gesundheit ist wichtiger als der Profit der Chemiekonzerne.

Und auch der BUND meldet diesen Skandal und fordert auf, dagegen zu protestieren:

Die EU-Kommission will Monsanto, Bayer und Co. mal wieder ein Geschenk machen. Sie hat vorgeschlagen, den Schutz vor Chemikalien, die in unseren Hormonhaushalt eingreifen und unter anderem Krebs, Diabetes und Fettleibigkeit auslösen können, erheblich abzuschwächen.

Machen sie mit und setzen ein klares Zeichen, dass Allgemeinwohl und Gesundheit vor den Konzern-Profiten stehen müssen.