SPD Kreistagsfraktion: Kreisklinik Wolfhagen wichtig und notwendig

„Wer die Historie der kommunalen Gesundheitsholding Nordhessen (GNH) kennt, weiß,

dass die Kreiskliniken auch bei dem Einstieg Defizite verursachten“, erklärt der

Fraktionsvorsitzende Dieter Lengemann. Gleichwohl habe die Stadt im August 2001 dem

Kreis ein Angebot zum Einstieg in die Holding unterbreitet. Aus gutem Grund, denn es

sollte bei der GNH eine Mischkalkulation geben. „Der Landkreis liefert nämlich 40 % der

Patientinnen und Patienten während aus der Stadt nur 25 % kommen“, so Lengemann.

Damit „füttere“ der Kreis auch das s.g. Flaggschiff der Maximalversorgung in Kassel.

Zudem sei damals ein Verlustausgleich von jährlich 3 Millionen bis 2007 verhandelt

worden, danach sollte die GNH evtl. Defizite durch Gewinne im Klinikum Kassel

erwirtschaften.

Es sei sehr bedauerlich, dass dies aktuell nicht funktioniere, weil das Klinikum der

Maximalversorgung wesentlich höhere Defizite einfahre. Die ständige Zentralisierung führe

u.a. zu extremen Wartezeiten in der zentralen Notaufnahme und auch mit dem

Rechnungsschreiben komme man scheinbar nicht hinterher. Daran sei mit Sicherheit nicht

die Klinik in Wolfhagen schuld.

„Die Klinik in Wolfhagen ist ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge im ländlichen

Raum und wir werden für deren Fortbestehen kämpfen“, erklärt der Fraktionschef. Die

Zusammenführung von 3 auf 2 Stationen hätte massiv geschadet und bei vakanten Stellen

wurden teure Honorarkräfte angestellt. Zudem sei die Klinik in Arolsen, aus Sicht der

Wolfhager Ärzte, bei der Ausstattung bevorzugt worden. Man müsse sich fragen, ob das

Konzeptionslosigkeit oder schon Absicht des GNH-Vorstandes war.

„Es ist auch höchst ärgerlich, dass das immer wieder vom Landkreis geforderte

medizinische Gesamtkonzept vom GNH-Vorstand nicht geliefert wurde“, so Lengemann.

Das der Landrat mit Experten dann selbst ein zukunftsfähiges Konzept entwickelte sei

sehr lobenswert. Das dieses jedoch gar nicht mehr vom Aufsichtsrat bewertet wurde, sei

absolut unverständlich.

Es sei nur konsequent, wenn der Landrat den Sicherungszuschlag des Landes Hessen

nochmals juristisch hinterfrage, denn die Erreichbarkeitskriterien für ein Notfallkrankenhaus

(in der Regel 20 Minuten, max. 30 Minuten nach Aufnahme des Notfallpatienten

durch den Rettungsdienst) werden für Wolfhagen nur äußerst knapp und auch nur für die

Krankenhäuser in Bad Arolsen und Fritzlar erreicht. Unberücksichtigt bleibe dabei auch die

Verkehrssituation. (Wolfhagen nach Bad Arolsen 17,3 km 23 Minuten, Wolfhagen nach

Fritzlar 25,1 km, 29 Minuten, Wolfhagen nach Kassel 32,9 km 41 Minuten, Wolfhagen

nach Hofgeismar 30,7 km 46 Minuten).

„Konsequent ist ebenfalls, dass der Kreis auch eine Beschlussfassung der

Hauptversammlung fordert“, erklärt Lengemann. Für die Einstellung des Betriebs von

Krankenhäusern müsse der Vorstand nach Zustimmung des Aufsichtsrates dann nach §

13 Abs. 5 Nr. 9 der GNH-Satzung auch eine Beschlussfassung der Hauptversammlung

herbeiführen. Dies sei auch in der Vergangenheit bei wichtigen Entscheidungen zu den

Kreiskliniken vollkommen unstrittig gewesen.